Willst du immer weiter schweifen?

Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.

Johann Wolfgang von Goethe

 

 

 

 

Zu Neujahr

Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.

 

Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
möge dir gelingen!

 

Wilhelm Busch

 

 

 

 

Glückes genug

Wenn sanft du mir im Arme schliefst,
Ich deinen Atem hören konnte,
Im Traum du meinen Namen riefst,
Um deinen Mund ein Lächeln sonnte —Glückes genug.

 

Und wenn nach heißem, ernstem Tag
Du mir verscheuchtest schwere Sorgen,
Wenn ich an deinem Herzen lag
Und nicht mehr dachte an ein Morgen-
Glückes genug.

 

Detlev von Liliencron

 

 

 

 

Ergreif Dein Glück

Das Glück – es kommt zu Jedermann,

doch nur, wer es ergreifen kann,

der kann’s genießen, voller Lust,

und kleiner wird der Lebensfrust.

 

Schaut hin, Ihr werdet selber sehn,

das Glück kann kommen und auch gehen.

Doch wer’s nicht sieht und nicht ergreift,

der wird vom Glück höchstens gestreift.

 

Das Glück – es kommt zu Jedermann,

doch nur, wer es ergreifen kann,

der kann’s genießen, voller Lust,

und kleiner wird der Lebensfrust.

 

© Anette Pfeiffer-Klärle

 


Mehr auf: www.apk-gedichte.de

 

 

 

 

Glück

Die Beute meines Glücks war arm,
Und dennoch war ich reich genug;
So reich als einer, der im Arm
Des Schicksals schönste Schätze trug.

 

Denn was mein Glück so groß gemacht
Und ihm so goldnen Schimmer lieh
Und es umwob mit Märchenpracht,
War - meine Kinderphantasie.

 

Vielleicht war alles, was ich fand
Und selig heimwärts trug im Schoß,
Nur leeres Spielzeug, Flittertand,
Und bunte kalte Kiesel bloß.

 

Doch all das nahm ich wie ein Kind
Für Perlen und Dukatenstück' -
Nicht was des Lebens Dinge sind,
Was sie uns gelten, ist das Glück!


A. De Nora

 

 

 

 

Das Glück

Hat wer von Glück gesprochen?

Ist gar ein schönes Wort,

Dem Ohr ist es verklungen,

Dem Herzen hallt es fort.

 

Wie eine holde Sage,

Vom Glauben fromm geweiht,

So wie ein reizend Mährchen

Aus längst vergangner Zeit.

 

Es weckt so süße Ahnung

Wo es die Herzen traf,

Und wiegt auch große Kinder

Zuweilen noch in Schlaf.

 

Auguste Kurs

 

 

 

 

Vom Glück

Man muss so vieles, was es gibt, nicht haben.
Zufriedenheit schenkt uns das wahre Glück,
sich freuen können an den kleinen Gaben
und lächelnd schenken einen lieben Blick.

 

Den Nächsten, der uns braucht, wohl zu verstehen,
weit öffnen unsre Seele, Herz und Sinn;
mit wachem Blick durch dieses Leben gehen
und nicht nur ständig wittern Geld, Gewinn.

 

Was uns beglückt, ist meist’ nicht zu bezahlen.
Es schenkt sich uns, macht tief im Innern reich.
Das Raffen, Gieren führt zu Seelenqualen,
treibt auch in Trübsal, führt ins Abseits gleich.

 

So freue dich an dem, was dir gegeben.
Die Gottesgaben leuchten, die Natur
lässt täglich so viel Schönes dich erleben.
Du musst den Blick dafür bewahren nur.

 

© Ingrid Herta Drewing

 

 

 

 

Heckenrose

In hellem Grün die Rosenhecke,

als stille Schöne grüßt sie zart.

Dies’ rosig Blühen zu entdecken,

verlangt behutsam ihre Art.

 

Wie alles, das so sanft und rein

erstaunen lässt in stillem Blick,

schenkt zärtlich ihr bescheiden’ Sein

uns Menschen schon ein kleines Glück.

 

© Ingrid Herta Drewing

 

 

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