Die Etikette der Katzen 
  by AnnaFelicitas              

 

Katzen gehören zu den höflichsten Wesen, die man sich nur vorstellen kann. So wie ihr Menschen euren Knigge habt, haben auch wir ein Werk, übrigens ein Geschenk der Großen Bastet, welches uns bei Fragen des Anstands und Stils berät. Ein kleines Brevier trägt jede Katze stets bei sich. In ihm sind die geläufigsten, und am häufigsten benötigten, Regeln vermerkt. Das Werk der Großen Bastet aber, liegt in der Obhut des weisen Balthasar. Er ist der Hüter der 'Geheimen Bibliothek aller Feliden' und es kann dort jederzeit eingesehen werden. Meist begnügen wir uns aber damit, den weisen Balthasar auf telephatischer Ebene zu befragen. Reisen ist nicht so unser Ding. Seine Antworten notieren wir gewissenhaft im obigen Büchlein. Selbstverständlich unterliegen alle Regeln strengster Geheimhaltung. Kaum auszudenken, was geschähe, wenn jedes Lebewesen dieses Planeten um unsere geheimen Zeichen wüsste! Allerdings haben wir Katzen beschlossen, dass wir euch Menschen jetzt in einen kleinen Teil von ihnen einweihen möchten. Wir leben zwar schon seit Jahrtausenden mit euch zusammen; die längste Zeit davon waren wir aber lediglich geduldetes, nicht immer geliebtes Personal. Wir sollten eure Speicher frei von Mäusen und Ratten halten und euch nicht weiter zur Last fallen. In den letzten Jahrzehnten hat sich aber ein Wandel in der Menschenwelt vollzogen. Viele von euch betrachten uns inzwischen als vollwertige Familienmitglieder und begegnen uns mit Liebe und Respekt. So ist die Zeit also reif, euch ein wenig über die Etikette der Katzen zu verraten. Ihr erfahrt aber nur den Teil, der euch und uns betrifft. Geht behutsam mit diesem Wissen um, missbraucht es nicht.

 

Andere Wesen, andere Sitten - Toleranz ist unser oberstes Gebot!

 

=^..^=  Dieses Gebot ist uns Katzen praktisch in die Wiege gelegt worden. Schon die kleinste Fellnase weiß, dass es die Sitten und Gebräuche anderer Lebewesen zu achten und zu respektieren hat. Deshalb liegen oder sitzen wir meist mit stoischer Ruhe im größten Chaos, oder lassen uns Verhaltensweisen gefallen, für die ein felides Wesen längst eine Katzentatze zu spüren bekommen hätte. Sollte es zu arg werden, stehen wir auf und gehen - ganz still und leise.

 

Alle Katzen sind, wenn sie einander begegnen, gehalten, sich an das offizielle Begrüßungsritual zu halten

 

=^..^=  Begegnen sich zwei Katzen, begrüßen sie sich mit einem kleinen Nasenstüber. So finden wir heraus, wie unser gegenüber gelaunt ist. Sind wir gut miteinander befreundet, oder ineinander verliebt, wenden wir uns anschließend der Schwanzregion zu. Ihr Menschen mögt das meist nicht gerade gern, findet es unappetitlich. Wir finden in diesem Bereich bei dem Anderen aber viele wichtige Informationen. Außerdem signalisieren wir unserem Gegenüber durch das Zulassen, unser großes Vertrauen zu ihm. Wenn wir euch also Köpfchen geben oder euch unsere Kehrseite zuwenden, sind es freundliche und vertrauensvolle Gesten, über die ihr euch freuen solltet! Schmiegt eure/eine Fellnase ihren Hinterkopf in die Mulde Eurer Hand, ist das ein echter Liebesbeweis. Das höchste der Gefühle ist übrigens das Köpfchengeben (s.o.). Streicht also Eure Miez' mit ihren Wangen an Euren Beinen oder Euren Händen entlang, vollzieht sie gerade dieses Begrüßungsritual. Aufgrund Eurer Größe muss sie sich dabei leider mit der 'unteren Etage' begnügen. Um sich zur Begrüßung größer zu machen, springen viele Katzen pfiffigerweise einfach auf Möbelstücke. Bei diesem Austausch von Berührungen werden übrigens die Duftmoleküle des anderen aufgenommen und vermischen sich zum vertrauenerweckenden Familienduft. Wollt ihr eure Fellnase, um ihr näher zu sein, hochheben, dann macht ihr es wie folgt richtig: Eine Hand (Handfläche nach oben) umfasst ihren Brustkorb (dabei stützt der Zeigefinger, zwischen ihren Vorderbeinen liegend, die Brust), während gleichzeitig die andere Hand ihr Gesäß und ihre Hinterbeine stützt. =^..^=

 

Vornehme, zarte Gesten sind rüdem,lautem Benehmen vorzuziehen

 

=^..^= Wir Katzen sind eine klassenlose Gesellschaft. Ob Rassekatze oder Lastrami (Landstraßenmix). Für alle gilt der gleiche Ehrenkodex: Ein elegantes Ge-schöpf verhält sich in jeder Situation elegant und souverän. Geschieht es uns doch einmal, dass wir tolpatschig wirken (vom Kratzbaum fallen, über die eigenen Pfoten stolpern etc.) überspielen wir es, indem wir so tun, als wäre genau dies von uns beabsichtigt gewesen. Ist das nicht möglich, setzen wir uns auf und putzen uns (meist ziemlich hektisch ...) Bitte lacht dann nicht über uns, es ist uns alles schon peinlich genug! =^..^=

 

Die leisen Töne ...

 

=^..^= Katzen können zwar durchaus sehr laut werden. Unser normaler Konversationston ist aber eher leise bzw. nonverbaler Natur. Wir hören erheblich besser als ihr Menschen. Macht uns also die Freude und senkt Eure Stimmen. Flüstern müsst Ihr natürlich auch nicht. Wie unter Menschen heißt es aber auch von Mensch zu Katze: "Der Ton macht die Musik." Seid ihr experementierfreudig? Wollt Ihr vielleicht etwas Ausgefallenes ausprobieren? Dann denkt einfach

mal das, was ihr uns sagen möchtet. =^..^=

 

Die absichtliche, aber unnötige, Störung einer schafenden Katze ist ein schweres Vergehen

 

=^..^= Tief schlafenden, dösenden oder meditierenden Katzen begegnet man nur auf eine Art, nämlich gar nicht. Es sei denn es brennt ... Spaß beiseite, wenn es unbedingt sein muss, sprecht eure Katze leise an und wartet ab, wie sich verhält. Nimmt sie Kontakt in Form eines Blickes auf oder wendet sie euch ihren Körper zu, ist sie in der Stimmung gestreichelt zu werden oder mit euch zu kommunizieren. Keine Reaktion ist auch eine: Lass mich zufrieden! =^..^=

 

Das lockere Beisammensein dient der Entspannung und dem Vertrautwerden

Auszug: "... und darf nicht für zänkische Auseinandersetzungen missbraucht werden. Der Platz auf dem diese Zusammenkünfte stattfinden, ist geweihter Boden ..."

 

=^..^= Manche Katzen lieben es, neben ihrem Menschen zu liegen, oder zu sitzen, ohne von ihm gestreichelt zu werden. Sie wollen mit ihrem menschlichen Freund einfach nur gemütlich beisammensein. Ganz so wie Ihr Menschen es manchmal auch macht. Dann seht Ihr gemeinsam, ohne ein Wort miteinander zu wechseln, in die Sterne oder beobachtet die flackernden Flammen eines schönen Kaminfeuers und genießt diesen sehr intimen Augenblick in vollen Zügen, weil Ihr Euch so geborgen fühlt. Wir Katzen haben auch ein Faible für solch große Momente! =^..^=

 

Auch in der allergrößten Not sind die gängigen Tischmanieren zu beachten
Auszug: "... Ruhe ist das oberste Gebot. (...) Trinke nie dort, wo du speist ..."

 

=^..^= Die Ruhe am Futterplatz ist uns Katzen heilig. Nur entspannt genossenes Futter ist nämlich bekömmlich. Bei der Auswahl des Futterplatzes muss dies von euch bitte unbedingt berücksichtigt werden! Für viele Wohnungskatzen sind die Mahlzeiten leider oft die Highlights des Tages. Bitte ruiniert sie nicht durch Störungen, egal welcher Art. Futternäpfe haben übigens nichts neben der Katzentoilette zu suchen. Menschen speisen doch auch nicht in ihrem Badezimmer, oder?

Liebe Bauchkrauler, stellt Wassernäpfe schön verteilt in der Wohnung auf, aber bitte niemals an den Futterplatz. Vorsicht ist immer angebracht. In der freien Natur wird an Wasserstellen nie, oder nur sehr angespannt, gefressen, denn dort lauern üblicherweise gefährliche Raubtiere ihrer Beute auf. Manchmal ist das Wasser, durch in ihm verendete Tiere, verseucht. Deshalb bevorzugen wir ja auch fließendes Wasser. Wir Katzen trinken am liebsten im Vorbeigehen. Als ehemalige Wüstenbewohner sind wir gewohnt, unserer Nahrung auch noch den letzten Tropfen Feuchtigkeit zu entziehen. Obendrein sind wir auch noch in der Lage unseren Urin sehr stark zu konzentrieren. Ihm also die Wasserbestandteile zu entziehen. Mehr Tipps bekommt ihr hier. =^..^=

 

Kisterl oder nicht Kisterl - das ist hier (nicht) die Frage
Auszug: "... Jede Katze achte stets auf penibelste Reinlichkeit und verlasse ihren Toilettenplatz so, wie sie ihn vorgefunden hat.
Unverscharrtes wird in Ausnahmefällen nur als Reviermarkierung geduldet ...
"

 

=^..^= Keine Frage, Katzen lieben saubere Kisterl, die sie nach den Mahlzeiten aufsuchen können. Manche Hersteller behaupten, dass ihre Streu so gut wäre, dass man die Klumpen und Häufchen nicht täglich entfernen müsste. In unseren Nasen ist das eine äußerst eklige Verkaufstaktik. Fallt bloß nicht darauf herein. Im Freien suchen wir uns immer eine neue Stelle. Im Haus wären dies (im schlimmsten Fall des Streuversagens) der Teppich, das Bett oder die Couch. =^..^=

 

Ein geregelter Alltag ist dem chaotischen 'In-den-Tag-hineinleben' vorzuziehen

 

=^..^= Rhythmus liegt allen Katzen im Blut. Wir lieben geregelte Tage, die möglichst gleich verlaufen; das gibt uns Sicherheit. Bitte achtet deshalb z.B. auf pünktliche Mahlzeiten: In der freien Natur würden wir Katzen mehrfach auf die Jagd gehen und im Erfolgsfall mehrere kleine Mahlzeiten zu uns nehmen. Im Haus gehalten, bekommen wir meist nur zwei größere. Vom entgangenen Jagderlebnis ganz zu schweigen. Müssten wir auf diese Mahlzeiten auch noch unterschiedlich lang warten, wäre es für uns und unsere innere Uhr die reinste Zumutung. =^..^=

 

Drogenrausch führt zu übermütigen Handlungen und ist deshalb nur ausgewachsenen Katzen gestattet

 

=^..^= Babykatzen halten sich strikt an dieses Gebot. Deshalb reagieren sie auch nicht auf die angebotenen Rauschmittel. Natürlich sind wir erwachsenen Fellinger einem kleinen Rausch ab und zu nicht abgeneigt. Katzenminze und Baldrian sind unsere bevorzugten Drogen. Sie befördern uns für viele Minuten in einen wahren Rauschzustand. Manchmal staut sich dann so viel Energie auf, dass wir über unseren Katzenkumpel herfallen, um uns ganz zünftig zu raufen ... Klar lieben wir das! Was wir allerdings nicht so toll finden, ist euer Zigarettenrauchen und Zigarrenpaffen. Wie könnt ihr Menschen das nur gut finden? Der Rauch brennt und kitzelt unangenehm in unseren Augen, reizt uns zum Husten, verstopft unsere Nasen. Wenn wir uns putzen, verschlucken wie die Giftstoffe, die sich in unseren Haaren verfangen haben. Von dem ekligen Geruch und Geschmack, der uns anhaftet, wollen wir gar nicht erst anfangen zu reden ... Liebe Bauchkrauler, nehmt bittschön Rücksicht und raucht nicht in unserer Gegenwart. =^..^=

 

Das Ritual der kämpferischen Auseinandersetzung
Auszug: "... Betritt ein Nachbar, oder ein Durchreisender, ungebeten ein fremdes Revier und bittet nicht um Durchzugserlaubnis, oder um Entschuldigung, sobald der Revierbesitzer auftaucht, ist dieser berechtigt, dieses rüpelhafte Verhalten zu ahnden. Zunächst wir er durch Anstarren seines Gegenübers versuchen diesem klar zu machen, dass er das Recht auf seiner Seite hat. ..."

 

=^..^= Diese Drohgeste wirkt meist sehr einschüchternd, weshalb sollte sie unter Freunden nur wohldosiert (oder besser gar nicht) eingesetzt werden. Menschen die Katzen gern beobachten, können dies so lange tun, bis die Fellnase den Blick erwidert. Spätestens jetzt, sollte der Mensch seinen Blick schweifen lassen, bis die Katze ihren Blick ebenfalls abgewendet hat. Wird man von der Fellnase dabei ertappt, dass man sie anstarrt, kann man zur Beruhigung auch einmal ganz langsam die Augen schließen und sie, ebenso langsam, wieder aufmachen (eventuell wiederholen). Dies signalisiert: "Keine Sorge ich bin ganz entspannt und friedlich!" Besonders schön ist das Zwinkern mit nur einem Auge. Es hat dieselbe Bedeutung wie euer menschliches Zuzwinkern. Es ist eine Sympathiebezeugung allererster Güte und sollte in jedem Fall erwidert werden. Ganz so, als würde man einem Lächeln mit einem Gegenlächeln begegnen!

Wir geben es natürlich nicht gern zu, aber in der Obhut von euch Menschen werden wir nie so richtig erwachsen... Viele von uns behalten deshalb ihr Leben lang eine bestimmte Kleinkindeigenschaft bei: Sie sehen ihren Menschen eindringlich an, wenn ihnen danach zumute ist, gestreichelt zu werden, oder wenn sie Hunger haben. Dies machen Babykatzen mit ihren Müttern, wenn sie deren ungeteilte Aufmerksamkeit bekommen wollen, weil sie z.B. geputzt werden möchten. Mit dem Anstarren als Drohung hat es natürlich nicht im mindesten zu tun.

Sehr oft kommt es allerdings nicht zum Kampfgetümmel, denn wir Katzen leben gern friedlich miteinander. Ja, miteinander! Manche Menschen behaupten zwar, dass wir Einzelgänger wären, aber so ganz stimmt das nicht. Freilebend treffen wir uns regelmäßig mit anderen Fellingern und halten Smalltalk oder machen gemeinsam Musik. Wir leben selbstverständlich gern bei euch Menschen. Wir haben aber auch gern einen Lebenspartner um uns herum, der unsere Sprache spricht, der uns die Ohren putzt und unvermittelt mit uns Fangen spielt. Gebt uns also bittschön eine kleine Mietzekatze zum Spielen und Liebhaben an unsere Seite =^..^=

 

 

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manchmal
versenken wir unsere blicke
und in ihren augen
leuchtet ein
"ich liebe dich"
auf
was meine augen
erwidern
und
ihre samtpfote
liegt auf meiner
und voller glücke
denke ich
"ach könnte ich auch schnurren"
ich schnurrte nur für dich!

Theda

 

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Mit diesem Herzenswunsch möchten wir uns von euch verabschieden! Wir sind sicher, dass es euch Menschen zukünftig
erheblich leichter fallen wird, mit euren Schnurrpelzen zu kommunizieren und Verständnis für ihr Verhalten zu haben.

Klappt es nicht auf Anhieb, keine Sorge - es ist noch kein Meistererzähler vom Himmel gefallen!

 

~*~ Mögen Liebe und Geduld eure ständigen Begleiter sein ~*~

eure Zauberwesen

Gardi   Shikoba  und Akira