Heute Morgen passierte etwas, was ich bisher überhaupt noch nicht erlebt habe. Stellt euch mal vor: Ich zog aus! Mein Puschelpapi hatte es mir zwar neulich schon erklärt. Aber so richtig verstanden habe ich die ganze Sache eigentlich nicht. Es fing damit an, dass sich meine Sternchenel-tern mit mir in dieses Ding, das sie Wagen nennen, setzten und zu den Zauberwesen fuhren. Diesen Wagen kenne ich schon von den Besuchen bei unserem Tierarzt und von den Zauberwesen hatte ich schon oft gehört.
Die Fahrt in den Norden habe ich auch richtig genossen, denn ich hatte meine Sterncheneltern endlich einmal ganz für mich allein. Das war toll! Sonst sind ja immer alle anderen aus meiner Familie dabei. Diesmal musste ich die Beiden aber nicht teilen. Allerdings dauerte die Fahrt ganz schön lange. Aber ich bekam dafür viele Streichel- und Kuschelrunden von meiner Sternchenmama. Mein Sternchenpapi hatte keine Zeit für mich, er musste ja fahren. Oder wie das heißt. Jedenfalls war er schwer damit beschäftigt, dieses kleine Rad in seiner Hand zu halten und gut darauf aufzupassen, dass es ihm nicht wegrollt. Ich habe zwar ein paar Mal versucht ihn zum Spielen zu verleiten, aber ich konnte ihn einfach nicht ablenken.
Nach vielen Stunden, ich war schon richtig müde, kamen wir dann dort an wo die Zauberwesen wohnen. Nachdem die Menschen sich stürmisch, und für meinen Geschmack viel zu laut, begrüßt hatten, setzten sich alle zusammen und fingen an miteinander zu sprechen. Ich erkundete in der Zwischenzeit einfach den großen Baum der in ihrer Nähe wuchs. Dabei entdeckte ich ziemlich schnell ein paar andere Miezekatzen. Die waren vielleicht groß. Du meine Güte! Ich bekam es ein bisschen mit der Angst zu tun. Aber mein Sternchenpapa war ja in der Nähe und so war alles gut.
Irgendwann wurde ich so müde, dass mir immer wieder meine Augen zufielen und so bekam ich irgendwie nicht richtig mit, dass wir wieder los wollten. Vielleicht wollten meine Menscheneltern aber auch nur etwas einkaufen gehen? Jedenfalls gingen sie weg und ich blieb wo ich war. Das kenne ich ja schon von Zuhause und so wartete ich das weitere Geschehen einfach mal ab. Die Stunden vergingen und ich wurde immer unruhiger. Ein Gefühl machte sich in mir breit, das ich bisher noch nicht kannte:
Ich fühlte mich ganz und gar verlassen!
Das konnte aber doch nicht sein? Mein Sternchenpapi, der sich seit meiner Geburt so liebevoll und intensiv um mich kümmert und immer für mich da ist, lässt mich bei fremden Menschen und noch fremderen Miezekatzen? Ich fand das so schrecklich, dass ich direkt weinen musste. Dieses Ausziehen gefiel mir immer weniger und ich wünschte mir auf der Stelle, dass es aufhört. Ich wollte wieder bei meiner Familie und besonders bei meinem Sternchenpapi sein. Wenn er da ist, weiß ich, dass alles gut ist. Wo blieb er jetzt bloß? Ich schloss meine Augen und stellte mir ganz fest vor, wie er kam, um mich abzuholen. Dann schickte ich diesen Wunsch zu ihm. Als ich meine Augen wieder öffnete, saß die Menschenmama der Zauberwesen neben mir und streichelte mich ganz sanft. Dabei blickte sie mir direkt in mein Herz und sah, wie schwer und kummervoll es war. "Ich sehe schon", meinte sie, "du bist ein echter Herrchenkater und wirst ohne ihn niemals glücklich sein". Dann griff sie zum Telefon.
Irritiert sah ich sie an. Sollte mein Wunsch etwa bei ihr gelandet sein? Ich hatte ihn aber doch an meinen Sternchenpapi geschickt! Während ich noch grübelte, was da wohl schiefgelaufen sein könnte, hörte ich plötzlich die Stimme von ihm. Meine Augen wurden größer und meine Ohren spitzer. Ich konnte es nicht fassen. Sternchenpapi war wieder da! Ich war so aufgeregt, dass ich ihn fast angefaucht hätte. Aber nur fast. Ich kuschelte mich ganz schnell, ganz fest an ihn und ließ mich von ihm trösten und knuddeln. Die Menschen sprachen noch eine ganze Weile miteinander, während ich vor lauter Müdigkeit kaum noch meine Augen offenhalten konnte. Ich hörte aber noch die Zauberwesenfrau die meinte, dass ich nie woanders glücklich werden würde. Meine Liebe würde ausschließlich meinem Sternchenherrchen gehören und ich wäre nun einmal ein Herrchenkater. Sie wäre sich da ganz sicher! Das tollste aber war, dass mein Herzenswunsch in der Nacht doch Flügel bekommen hatte und bei meinem Sternchenpapi als Traum gelandet war. In diesem Traum hat er mich ganz deutlich gesehen und mich sagen hören: "Hol mich bitte wieder ab und nimm mich mit zu dir!"
Für einen Moment wurde ich noch einmal richtig munter, als ich das vernahm. Mein Herz wurde wieder ganz leicht, denn nun wusste ich ganz sicher, dass er mich nie wieder ausziehen lassen würde! Mein Sternchenpapi, mein Ein und Alles, hat mal wieder gemacht, dass alles gut ist!
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