Umzug

 

 

 

Eine Katze zieht um

 

Sie wollen Ihrer neuen Katze den Umzug zu Ihnen erleichtern? Geben Sie eine Decke, T-Shirt oder was auch immer Ihren Geruch trägt, in den Kennel. Tipp: Schlafen sie eine Nacht vorher in dem T-Shirt. Sollten Sie schon Katzen zu Hause haben, nehmen Sie von ihnen eine benutzte Decke oder legen Sie ihnen ein Shirt auf ihren bevorzugten Schlafplatz. Auf dem Weg nach Hause kann "die Neue" sich so schon ein wenig mit dem, was da auf sie zukommt, vertraut machen.

 

Zuhause angekommen, stellen Sie den Kennel erst einmal in ein ruhiges Zimmer, öffnen Sie die Tür und dann warten Sie einfach mal ab, was passiert. Normalerweise kommt die Miez sehr schnell ganz von allein heraus, denn Katzen sind sehr neugierig und wollen alles Neue gründlich und ausgiebig untersuchen. Andere Tiere sollten zunächst, je nach Temperament und Charakter, außerhalb des Raumes bleiben, aber nicht weggesperrt werden. Man kann beinahe nichts Falscheres tun, als einen Revierinhaber einzusperren, während man es dem Reviereindringling gestattet, sich überall frei zu bewegen. Sobald die Katze den Raum erobert, und dabei auch schon den einen oder anderen Ausweichplatz für sich entdeckt hat, können alle anderen tierischen Mitbewohner, sofern sie möchten, hinzukommen. Ein sehr spannender Moment, bei dem viele Dosenöffner den Atem anhalten und ihre Finger kreuzen. Meistens geht aber alles gut! Katzen einer Rasse arrangieren sich oftmals schneller miteinander, als Vertreter unterschiedlicher Rassen oder Temperamente. Auch bei Gleichaltrigen, Kitten und Wurfgeschwistern ist es meist so. Trotzdem kann es durchaus mehrere Wochen dauern, bis der Neuzugang seinen Platz gefunden und wieder absolute Ruhe in das Rudel eingekehrt ist. Lassen Sie sich also bitte nicht abschrecken, wenn nicht gleich alles rund und harmonisch läuft. Katzen haben nun einmal ausgeprägte Persönlichkeiten und sind echte Individuen mit eigenem Geschmack und Vorlieben!

 

Wenn Sie Ihre neue schnurrende Untermieterin in ein tatsächlich bestehendes Rudel integrieren wollen, ist es hilfreich, sie mit einer Bürste, mit der Sie vorher Ihre anderen Pelznasen gebürstet haben, durchzubürsten. So nimmt ihr Fell den Geruch der anderen an und sie gewöhnt sich ein bisschen schneller. Umgekehrt verfahren Sie ebenso. Machen Sie es ruhig jeden Tag, vielleicht sogar mehrmals. Wie Sie wissen, putzen sich Katzen ebenfalls mehrmals am Tag und so wird es Ihnen noch nicht einmal komisch vorkommen, dass Sie ihrem Fell so große Aufmerksamkeit schenken. Sie müssen auch keine stundenlange Striegelorgien veranstalten, ein paar Mal kurz übers Fell bürsten, quasi im Vorübergehen, genügt vollkommen.

 

Bewährt haben sich auch die Bachschen Rescue-Tropfen. 3-5 davon ins Trinkwasser verabreicht und alle Miezen sind cool und gelassen. Allerdings gilt auch hier, die Ausnahme bestätigt die Regel. Es gibt Tiere, bei denen sich die Wirkung umkehrt, bzw. ganz ausbleibt. Fragen Sie

im Zweifel einfach Ihren Tierarzt! Durch den Gebrauch eines Feliway-Steckers werden Pheromone in die Umgebung abgegeben, die denen ähneln, die die Katzen verbreiten, wenn sie ihr Revier markieren. Mehr dazu lesen Sie unter: http://www.feliway.com/de. Wunder erwarten dürfen Sie allerdings nicht. Das Geheimnis der erfolgreichen Katzenzusammenführung liegt unserer Meinung nach immer noch in ruhigen, unaufdringlich agierenden Menschen, die ihre Tiere einfach machen lassen! Werden sie hingegen hektisch und übertragen ihre Aufregung auf die Tiere, wird auch das beste Zauberpülverchen seine Wirkung nicht entfalten können.

 

Platzieren Sie in den ersten 1-2 Tagen das Fressnapf der neuen Mitbewohnerin etwas entfernt von den anderen. Es bedeutet immer sehr viel Stress für alle sich nicht kennenden Tiere, wenn zu früh, und zu nah, auf Tuchfühlung gefressen werden soll. Im schlimmsten Fall wird die Nahrungsaufnahme verweigert. Dies erhöht aber nicht eben die Attraktivität des neuen Heims und sorgt auch nicht unbedingt für Entspannung im neuen Rudel ... Wenn Sie beobachten, dass sich die Rudelmitglieder immer interessierter und freundlicher miteinander beschäftigen, können Sie den Napf dichter an den eigentlichen Futterplatz rücken. Tipp: Am Futterplatz sollte grundsätzlich Ruhe herrschen. Katzen lieben keinen "Durchgangsverkehr am Napf". Stellen Sie die Näpfe also so, dass die Lieblinge beim Fressen unter sich sein können. In der freien Natur trinken Katzen nicht da, wo sie fressen. Dies können Sie in der Wohnung imitieren, indem Sie den Trinknapf einfach in ein anderes Zimmer, oder in eine andere Ecke des Raumes stellen. Bewährt haben sich mehrere in der Wohnung verteilte Wasserschalen. Wenn die Mieze gern Wasser aus dem Wasserhahn trinkt, denken Sie doch mal über die Anschaffung eines Zimmerbrunnens nach. Allerdings raten wir von den Trinkbrunnen speziell für Tiere ab. Die Verarbeitung aus Plastik lässt meist stark zu wünschen übrig und die Pumpen arbeiten extrem laut! Kaufen Sie hingegen einen richtigen Zimmerbrunnen, werden Sie und Ihre Katze lange Freude an dem Gerät haben! Unter "Was(s)erleben" in finden Sie zusätzliche Informationen zum Thema Katzen und Wasser.

 

Schenken Sie Ihrem neuen Mitbewohner Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten, aber erschlagen sie/ihn nicht mit Liebe. Ein Zuviel kann genauso erschreckend sein, wie ein Zuwenig. Vergessen Sie vor lauter Begeisterung auch nicht Ihre anderen Pelznasen. Manche Katzen achten nämlich genauestens auf die gerechte Verteilung der Streicheleinheiten. Außerdem hat das "Umeinanderknuddeln" den gleichen Effekt wie das wechselseitige Bürsten.

 

Schlussendlich zusammenraufen müssen sich die Katzen ganz allein. Da kann es auch schon einmal zu etwas heftigeren Auseinandersetzungen
kommen, um die Rangordnung zu klären. Ein Eingreifen seitens des Menschen ist nur notwendig, wenn es zu schlimmen Biss- und Kratzverletzun-
gen kommt. Aber bitte nicht mit den Händen dazwischengreifen - Verletzungsgefahr! - nehmen Sie eine Blumenspritze und platzieren Sie mehrere Spritzer über die Köpfe der raufenden Parteien hinweg. Meist genügt schon das "Pschhhhhtttt-Geräusch" als Ablenkungsmanöver, um die Streithähne auseinanderzubringen.

Sie sehen, es ist gar nicht viel zu beachten, will man Katzen erfolgreich zusammenführen und wir wünschen Ihnen und Ihren Schnurrnasen viel Spaß dabei und außerdem natürlich viele schöne, gemeinsame Jahre!

 

 

 

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