Gedichte mit Katzen

 

 

 

 

 

 

 

Die Katzen  

Sie sind sehr kühl und biegsam, wenn sie schreiten,
Und ihre Leiber fließen sanft entlang.
Wenn sie die blumenhaften Füße breiten,
Schmiegt sich die Erde ihrem runden Gang.

Ihr Blick ist demuthaft und manchmal etwas irr.
Dann spinnen ihre Krallen fremde Fäden,
Aus Haar und Seide schmerzliches Gewirr,
Vor Kellerstufen und zerbrochnen Läden.

Im Abend sind sie groß und ganz entrückt,
Verzauberte auf nächtlich weißen Steinen,
In Schmerz und Wollust sehnsuchtskrank verzückt
Hörst du sie fern durch deine Nächte weinen.

Maria Luise Weissmann

 

 

 

 

Kleine Katzen

Kleine Katzen sind so drollig.
Und so wollig und so mollig,
Dass man sie am liebsten küsst.
Aber auch die kleinen Katzen
Haben Tatzen, welche kratzen.
Also Vorsicht! Dass ihr's wisst!

Kleine Katzen wollen tollen.
Und die Wolleknäuel rollen.
Das sieht sehr possierlich aus.
Doch die kleinen Katzen wollen
Bei dem Tollen und dem Rollen
fangen lernen eine Maus.

Kleine Katzen sind so niedlich
Und so friedlich und gemütlich.
Aber schaut sie richtig an:
Jedes Sätzchen auf den Tätzchen
Hilft, dass aus dem süßen Kätzchen
mal ein Raubtier werden kann.

James Krüss

 

 

 

 

Katze und Mond

Rundlich geworden streichelt der Mond seine Katze
und erzählt ihr was Schnurriges von den Gezeiten

Das Meer lauscht heimlich mit
und tauscht Ebbe und Flut

Nur so um die Katze zu amüsieren

Vielleicht aber auch um ihr Eindruck zu machen
was ein so altes Meer alles noch kann

Jörg Neugebauer

 

 

 

 

Versonnen
 
Versonnen nehmen sie die
edlen Haltungen
der großen Sphinxe ein,
die ausgestreckt
in tiefen Einsamkeiten ruhen
und zu entschlummern
scheinen
in endlosem Traum

Charles Baudelaire

 

 

 

 

Rätselvolle Katze

In meinem Hirn, als wär's ihr eigner Raum,
Schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
Geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze.
Und ihrer Stimme Tun vernimmt man kaum.

So zart und heimlich ist ihr leis' Miauen.
Und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
Stets ist der Klang verhalten, reich und tief
Und Zauber weckend und geheimes Grauen.

Die Stimme, die schwere Perlen sank
In meines Wesens dunkle Gründe nieder,
Erfüllt mich wie der Klang der alten Lieder,
Berauscht mich wie ein heißer Liebestrank.

Sie schläfert ein die grausamsten Verbrechen,
Verzückung ruht in ihr. Kein Wort tut not,
Doch alle Töne stehn ihr zu Gebot
Und alle Sprachen, die die Menschen sprechen.

Auf meiner Seele Saitenspiel ließ nie
Ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
Die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
Kein anderer so königlich wie sie,

Wie deine Stimme, rätselvolles Wesen,
Seltsame Katze, engelsgleiches Tier,
Denn alles, Welt und Himmel, ruht in ihr,
Voll Harmonie, holdselig und erlesen.

Charles Baudelaire

 

 

 

 

Die Katze

Komm, schöne Katze, und schmiege dich still

An mein Herz, halt zurück deine Kralle.

In dein Auge ich träumend versinken will,

Drin Achat sich verschmolz dem Metalle.

Wenn meine Hand liebkosend und leicht

Deinen Kopf und den schmiegsamen Rücken,

Das knisternde Fell dir tastend umstreicht

Sanft, doch berauscht vor Entzücken,

Dann seh' ich sie. Und ihres Blickes Strahl

Er scheint dem deinen, schönes Tier, zu gleichen,

Ist tief und kalt, scharf wie geschliffner Stahl,

Und feine Düfte fühl' ich zitternd streichen,

Gefährlich süßen Hauch, der gluterfüllt

Den braunen Leib von Kopf zu Fuß umhüllt.

Charles Baudelaire

 

 

 

 

Die Sphinx

In einer Zimmerecke wacht,
schon länger, als ich denken kann,
Die schöne Sphinx und schweigt mich an
im Wechselspiel von Tag und Nacht.

Ganz ungerührt und unbewegt
verharrt die finstere Gestalt.
Der Silbermond, der lässt sie kalt,
selbst Sonnenschein sie nicht erregt.

Der Himmel rötet sich und bleicht,
die Flut des Mondlichts steigt und sinkt.
Der Dämmerung es nicht gelingt
und auch der Nacht nicht, dass sie weicht.

Die Zeit verrinnt, Nacht folgt auf Nacht,
und immer noch die Katze träumt;
Mit sanften Augen , goldgesäumt,
hält sie auf ihrem Teppich Wacht.

Sie ruht , ihr Katzenauge starr,
und zu den spitzen Ohren drängt
Das Nackenhaar, mit gelb gesprengt;
das braune Fell ist seidenzart....

Mein träger Liebling, komm heran,
und leg' den Kopf mir in den Schoß,
Damit ich dir den Nacken kos'
und deinen Samtleib streicheln kann...
 
Oscar Wilde

 

 

 

 

This poem just about sums us up!!

Cats!

There's a danger you know.
You can't own just one, for the craving will grow.
There's no doubt they're addictive, wherein lies the danger
While living with lots, you'll grow poorer and stranger.

One cat is not trouble, and two are so funny,
The third one is easy, the fourth one's a honey
The fifth is delightful, the sixth ones a breeze.
You find you can live with a house full, with ease.

So how 'bout another? Would you really dare?
They're really quite easy, but Oh Lord, the hair!
With cats on the sofa and cats on the bed,
And crates in the kitchen, its no bother, you said.

They're really no trouble, their manners are great.
What's just one more cat and one more little crate?
The sofa is hairy, the windows are crusty.
The floor is all footprints, the furniture's dusty.

The housekeeping suffers, but what do you care?
Who minds a few nose prints and a little more hair?
So let's keep a kitten, you can always find room.
And a little more time for the dust cloth and broom.

There's hardly a limit to the cats you can add
the thought of a cutback, sure makes you feel sad.
Each one is special, so useful, so funny,
The food bill grows larger, you owe the vet money.

Your folks never visit, few friends come to stay,
Except other cat folks, who live the same way.
Your lawn has now died and your shrubs are dead, too.
Your weekends are busy, you're off with your crew.

There's cat food and vitamins, grooming and shots
And entries and travel and motels, which cost lots.
Is it worth it you wonder? Are you caught in a trap?
Then that favourite comes up and climbs in your lap.

His look says you're special and you know that you will
Keep all of the kittens in spite of the bill.
Some just for showing and some just to breed
And some just for loving, they all fill a need.

Late evening is awful, you scream and you shout
At the cats on the sofa, who refuse to get up.
The cats and the cat shows, the travel, the thrills
The work and the worry, the pressure, the bills.

The Whole thing seems worth it, the cats are your life.
They're charming and funny and offset the strife.
Your lifestyle has changed, things just won't be the same.
Yes, those cats are addictive and so is the cat game!

Author Unknown

 

 

 

 

Geliebte Katze

Du liebst doch Deine Mieterin, die Maus,
Obwohl sie Unheil schafft im Haus.
Du liebst aber auch die "böse" Katze,
Die Todfeindin von Maus und Ratze.
Sie folgt ja nur dem Gesetz ihrer Art,
Und Triebe sind weder blind noch zart.

Sieh nur, wie sie voll Anmut schleicht
auf samtnen Pfoten, leis und weich.
Und ihr Schnurrn am winterlichen Feuer
Ist tröstlich wie der Klang der Leier.

William Wordsworth

 

 

 

 

An eine Katze

Mein edler Freund, ich bitte sehr:
Komm doch her,
Sitz neben mir und schau mich dann
Mit deinen lieben Augen an,
Mit Augen voller Glanz und Gold;
Dein Blick, so ist er treu und hold.

Dein wundervolles weiches Fell,
Schwarz und hell,
So seidig, üppig, voller Pracht,
Wie Wolkenhimmel in der Nacht
Belohnt die Hand, die dich liebkost,
Mit freundlicherem Glück und Trost.

Die Hunde freunden gerne sich an
Mit jedermann.
Doch du, von lauterer Natur,
Liebst deine wahren Freunde nur,
Berührst mit deiner Pfote mich -
Ja, Lieber, ich verstehe dich.

Was geht wohl vor in deinem Geist -
Ach, wer weiß?
Wenig nur ist uns bekannt.
Trotz unsrem Freundschaftsband.
Vielleicht ist's dem Menschen
Nur vergönnt,
Dass er das Leben besser kennt.

Algernon C. Swinburne

 

 

 

 

Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe
So müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
Und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
Der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
In der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
Sich lautlos auf. - Dann geht ein Bild hinein,
Geht durch der Glieder angespannter Stille -
Und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke

 

** Grandios gesprochen von Otto Sander (Rilke Projekt) **

 

 

 

 

Wie spricht man eine Katze an

Nun wisst ihr von uns Katzen viel,
von uns'rer Arbeit, uns'rem Spiel.
Auch, dass wir ganz verschieden sind
und selten ganz zufrieden sind.

Nun fällt euch die Erkenntnis leicht,
wie sehr der Mensch der Katze gleicht.
Ihr wisst, wie man uns richtig nennt,
weil ihr die wahren Namen kennt.

Nur eins habt ihr noch nicht erfahr'n:
Wie spricht man eine Katze an?

Wohl dem, der sich zuvor besinnt,
dass Katzen keine Hunde sind.
Wohl dem, der sich zuvor besinnt,
dass Katzen keine Hunde sind.

Bei Katzen, sagt man, gilt der Rat:
Sprich erst, wenn sie gesprochen hat.
Ich selbst jedoch halt nichts davon,
die Katze grüßen soll man schon.

Nur denk daran zu jeder Zeit:
Sie hält nichts von Vertraulichkeit.
Verbeug dich tief, geh auf sie zu
und sag zu ihr: "Oh, Katze, du."

Den leeren Worten traut sie nicht.
Bevor man ihr von Freundschaft spricht,
will sie zuerst Beweise seh'n,
wenns geht in Form von Sahnecreme.

Und hast du nicht Pastete da,
versuch es halt mit Kaviar.
Sie schätzt gewiß auch Räucherlachs,
als Zeichen deines guten Geschmacks.

Und wenn sie dich dann leiden kann,
sprich sie mit Namen an.

Die Katze ist kein Spielobjekt,
sie fordert Achtung und Respekt.
Dies merk' dir wohl und denk daran:
So spricht man eine Katze an.

Die Katze ist kein Spielobjekt,
sie fordert Achtung und Respekt.
Dies merk' dir wohl und denk daran:
So spricht man eine Katze an.

Musical "Cat´s" A.L. Webber/T.S. Eliot,

dtsch. T: M. Kunze

 

 

 

 

Ich lieb meine kleine Katze

Ich lieb meine kleine Katze
sie ist mir mein bester Freund,
denn sie hilft an grauen Tagen,
dass die Sonne trotzdem scheint.

Sie kommt zu mir in den Stunden
wo ich ganz alleine bin,
schleicht sich ein in meine Seele,
schenkt mir neuen Lebenssinn.

Bin ich mal ganz tief am Boden
und weiß nicht mehr was ich will,
legt sie sich an meine Seite
und ich werde dann ganz still.

Denn ihr Körper schenkt mir Wärme
und ihr Schnurren lullt mich ein,
dann bin ich nicht mehr alleine,
lässt mich wieder ruhig sein.

Ihre Wärme kommt von Innen,
ich gab meine ihr zurück
und erleb durch ihre Freundschaft Ruhe,
Liebe und viel Glück.

Anke Richter

 

 

 

 

Das Weihnachtskätzchen

Ich hab an jene Winternacht
auch später oftmals noch gedacht
so viele Jahre liegt’s zurück
als ich am Wege fand mein Glück

Kein Mensch kennt bisher die Geschichte
von der ich euch sogleich berichte
sie brachte Kummer mir und Freud
ich spür’s im Herzen auch noch heut

Der Wind pfiff heulend um das Haus
ein leises Jammern rief mich raus
wo kam es her in dieser Nacht
welch Schmerz nur hatte es entfacht?

Die Eltern saßen in der Stube
so schlich ich mich als kleiner Bub
zum Haus hinaus – nur kurz geguckt
schon hatte mich die Nacht verschluckt

Der Schnee, er weht ins Gesicht
ich sah die Hand vor Augen nicht
doch lief ich los, am Wald entlang
wo ich es schließlich frierend fand

Ein kleines Kätzchen saß im Schnee
und zitternd schaut es in die Höh’
das Fell, es war schon eingeschneit
und keine Mutter weit und breit

Es sah mich an, war ganz allein
wie konnte das nur möglich sein?
Wer hatte wohl in dieser Nacht
das Kätzchen nur hierher gebracht?

Ich hob es zu mir in die Höh’
befreite es von Eis und Schnee
trug’s schnell zu meiner Eltern Haus
- und flog in hohem Bogen raus

Ein Tier im Haus – kommt nicht in Frage
ich dulde keine Katzenplage
drum setz sie sofort vor die Tür
nur ich, mein Sohn, bestimme hier

Des Vaters Worte taten weh
ich ihn noch manchmal vor mir seh’
er nahm das Kätzchen einfach fort
ich weinte still und sagt’ kein Wort

So setzte er es vor die Tür
ich haßte ihn so sehr dafür
mau, mau, klang’s lang von draußen noch
der Schmerz mir tief ins Herz ´reinkroch

Dann Stille – kein Miauen mehr
ich fühlte mich verzweifelt, leer
es war erlöst, fand Frieden nun
und konnte ewig aus sich ruh’n

Dann schließlich kam die Heilignacht
Geschenke wurden viel gemacht
der Weihnachtsmann bracht Äpfel, Nüsse
die Tanten schenkten feuchte Küsse

Die Fröhlichkeit, sie fiel mir schwer
ich ging zu Bett, im Herzen leer
ich mocht nicht feiern, wollt nicht spielen
tat mich ganz schrecklich einsam fühlen

Der Schlaf kam bald in dieser Nacht
als ich noch einmal kurz erwacht
mein Vater hielt still meine Hand:
Sieh’, was ich eben fand!

Der Weihnachtsmann hat’s wohl vergessen
er kam zurück kurz nach dem Essen
und meinte, dieses sei für dich
ich dachte erst, da irrt er sich

Der Vater lachte, strahlt’ mich an
ich heut’ mich noch erinnern kann
in seinem Schoß, ganz klitzeklein
saß mein geliebtes Kätzlein

Alexander Conradt

 

 

 

 

Katzentier

Eines Sonntags, völlig arglos,
sitzt beim Kaffee du um vier.
Plötzlich maunzt es, raschelt, kratzt es-
es erscheint ein Katzentier.


Mit den Pfoten samtenzart,
unnachahmlich in der Art,
schleicht es sich mit viel Allüre
heimlich durch die Hintertüre.


Schlabbert zierlich und mit Wonne
Milch, die du ihm eingegossen.
Und schon hast du ganz ungeplant
einen neuen Hausgenossen.

Unnütz, Unmut zu bekunden
denn noch eh du dich versehn,
hat er seinen Platz gefunden
und das Wunder ist geschehn.


Schnurrend drang er in Dein Leben,
das er zärtlich nun regiert.
Macht zum Katzennarr dich eben-
stahl dein Herz ganz ungeniert.

Autor unbekannt

 

 

 

 

Katzenzauber

Ihr Fell schimmert im Sonnenlicht,
ihre Augen leuchten im Mondelein,
was ist das?
Ihr Gesicht ist zart und klein,
ihre Körper ist geschmeidig und rein,
was ist das?
Ihr Fell, ihre Augen, ihr Gesicht, ihr Körper,
das alles kann nur der KATZENZAUBER sein...

Autor unbekannt

 

 

 

 

An eine Katze

Mein edler Freund, ich bitte sehr:
Komm doch her,
sitz neben mir und schau mich dann
mit Deinen lieben Augen an,
mit Augen voller Glanz und Gold;
Dein Blick, so ist er treu und hold.
Dein wundervolles weiches Fell,
schwarz und hell,
so seidig, üppig, voller Pracht,
wie Wolkenhimmel in der Nacht,
belohnt die Hand, die dich liebkost,
mit freundlicherem Glück und Trost.
Die Hunde freunden gerne sich an
mit jedermann.
Doch du, von lauterer Natur,
liebst deine wahren Freunde nur,
berührst mit deiner Pfote mich -
ja, Lieber, ich verstehe dich.
Was geht wohl vor in deinem Geist -
ach, wer weiß?
Wenig nur ist uns bekannt.
Trotz unsrem Freundschaftsband.
Vielleicht ist's dem Menschen
nur vergönnt,
das er das Leben besser kennt.

Algernon Charles Swinburne

 

 

 

 

Wer schleicht da um die Ecke?

Wer schleicht da um die Ecke,
man hört fast keinen Laut?
Die altbekannte Strecke -
hat da wer miaut?

Wer streicht um meine Beine
und schaut dann zu mir auf?
Die Jacke, die ist meine,
denkt sie und legt sich drauf.

Wer setzt sich da jetzt zu mir
gemütlich auf den Schoß
und schnurrt und purrt ganz leis' hier,
wenn ich sie nur liebkos?

Wer rennt jetzt durch das Zimmer
und jagt den Gummiball?
Darauf folgt dann wie immer
der Sprung zum freien Fall.

Wer legt sich nachts daneben,
wenn ich zu Bette geh?
Ich spür' das freche Streben,
zu ärgern meinen Zeh.

Wer weckt mich morgens leise
und doch mit Dringlichkeit
und fragt auf diese Weise:
"Hast du jetzt für mich Zeit"?

Mein kleines Kätzchen ist es,
das ich hier beschrieb.
Sieh, da vorne sitzt es -
Schaut es nicht ganz lieb?

Kirsten Schulitz

 

 

 

 

In meinem nächsten Leben

Dösen, schlummern, ratzen,
entspannen alle Tatzen,
sitzend und im Liegen
in Träume tief sich wiegen,
freudig, selig schnurren,
aus tiefster Seele purren,
herzhaft manchmal gähnen,
nach noch mehr Schlaf sich sehnen,
liebevoll dann schmusen,
dabei im Kopf nur Flusen,
stetig Blödsinn machen,
verstecken kleinste Sachen,
kurz ein bißchen spielen,
dem Ball nach durch die Dielen,
zärtlich auch mal kuscheln,
miauend etwas nuscheln,
feinste Delikatessen,
den ganzen Tag nur fressen,
Lebensglück und Lachen,
sich niemals Sorgen machen.

In meinem nächsten Leben,
dafür würd' ich was geben,
möchte ich ein Kätzchen sein,
ja, das wär' so richtig fein.

Kirsten Schulitz

 

 

 

 

...ein kleines Katzengedicht

Letztes Jahr
zur gleichen Zeit
das Kätzchen war
voll Ängstlichkeit.

In Freiheit geboren,
bald eingefangen,
seine Mutter verloren,
die Hoffnung vergangen.

Das Kätzchen, so klein,
mit Äuglein so groß,
zog bald bei uns ein,
versteckte sich bloß.

Es fauchte und knurrte:

"Faß mich nicht an!";
als es mal schnurrte,
war Frühling dann.

Heut' hat das Kätzchen
Vertrauen und Mut,
bei uns Menschen sein Plätzchen,
das tut ihm so gut.

Ich wünsche mir sehr,

daß nächstes Jahr
für manch' Katze mehr
dieser Traum wird wahr.

Denn nichts im Leben
ist so viel wert,
wie Liebe zu geben
- und umgekehrt.

Kirsten Schulitz

 

 

 

 

Katzen kann man alles sagen

Auf der Treppe saß ein Mädchen,
ein graues Kätzchen auf dem Schoß.
»Dreimal drei ist zwölfundzwanzig«,
flüsterte es ihm ins Ohr.
»Aber ja nicht weitersagen! «
Ernst sah es das Kätzchen an.
Keine Sorge! dacht ich,
als ich's im Vorübergeh‘n vernahm.
Katzen kann man alles sagen.
Was man auch zu ihnen spricht,
sie verraten kein Geheimnis.
Katzen machen so was nicht!

Josef Guggenmos

 

 

 

 

Kleine Katze


Augen blinzeln

Streicheln fein

Katze schnurrt
Marzipanschwein gefressen

Handschuh verschleppt

Stoffmaus bekämpft
Lockenwickler gejagt

Sofa bepinkelt

Telefonbuch zerfetzt
Ins Schaumbad gefallen

Am Vorhang geturnt

Erfolgreicher Tag
Katze müde

Streicheln fein

Augen zu

Chantal Schreiber

 

 

 

 

Die Katze will nichts als Katze sein


Der Mensch möchte Fisch sein und Vogel;
die Schlange möchte gern Flügel haben;
der Hund ist ein irregeleiteter Löwe;
der Ingenieur möchte Dichter sein;
die Fliege studiert Schwalbenflug;
der Dichter trachtet, die Fliege nachzuahmen;
die Katze aber will nichts als Katze sein.

Pablo Neruda

 

 

 

 

Von Katzen

Vergangnen Maitag brachte meine Katze
Zur Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen,
Maikätzchen,alle weiß mit schwarzen Schwänzchen.
Fürwahr, es war ein zierlich Wochenbettchen!
Die Köchin aber, Köchinnen sind grausam,
Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche -
Die wollte von den sechsen fünf ertränken,
Fünf weiße, schwarzgeschwänzte Maienkätzchen
Ermorden wollte dies verruchte Weib.
Ich half ihr heim! - Der Himmel segne
Mir meine Menschlichkeit! Die lieben Kätzchen,
Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem
Erhobnen Schwanzes über Hof und Herd;
Ja, wie die Köchin auch ingrimmig drein sah,
Sie wuchsen auf, und nachts vor ihrem Fenster
Probierten sie die allerliebsten Stimmchen.
Ich aber, wie ich sie so wachsen sahe,
ich preis mich selbst und meine Menschlichkeit. -
Ein Jahr ist um, und Katzen sind die Kätzchen,
Und Maitag ist's! - Wie soll ich es beschreiben,
Das Schauspiel, das sich jetzt vor mir entfaltet!
Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum Giebel,
Ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchen!
Hier liegt das eine, dort das andre Kätzchen,
In Schränken, Körben, unter Tisch und Treppen,
Die Alte gar - nein, es ist unaussprechlich,
Liegt in der Köchin jungfräulichem Bette!
Und jede, von den sieben Katzen
Hat sieben, denkt euch! sieben junge Kätzchen,
Maikätzchen, alle weiß mit schwarzem Schwänzchen!
Die Köchin rast, ich kann der blinden Wut
Nicht Schranken setzen dieses Frauenzimmers;
Ersäufen will sie alle neunundvierzig!
Mir selber, ach, mir läuft der Kopf davon -
O Menschlichkeit, wie soll ich dich bewahren!
Was fang ich an mit sechsundfünfzig Katzen! -

Theodor Storm

 

 

 

 

Träumereien

Ich war in der Morgendämmerung
auf leisen Pfoten unterwegs
Taufeuchtes Gras
unter meinen rosa Ballen
Der Wind war kühl
aber mein dichtes Fell hielt warm
Mit gespitzten Ohren
lauschte ich dem Gesang der ersten Vögel
und genoss den Duft des Sommers
Plötzlich ein Geräusch, ein hoher Ton
weckt Jagdfieber, heißes Blut
Alle Sinne gespannt, auf der Lauer
schlug ich meine Krallen
in weiches warmes Fleisch
Spielerische Lust trotz gefüllter Futternäpfe
Maus bleibt Maus !
Satt und zufrieden kehrte ich heim
in die Geborgenheit meines Zuhauses
zu Liebe und Streicheleinheiten ...

... ich wachte auf, mit glücklichem Herzen
und lehnte mich zurück in mein Kissen
etwas traurig
ich bin ein Mensch
es war nur ein Traum ...

Ich war in der Morgendämmerung
zur Arbeit unterwegs
Laut klickten die Absätze
auf dem harten Asphalt
Der Wind war kühl
und ich fror im dünnen Kleid
Um mich herum
der Lärm der Großstadt
und der Gestank der Abgase
Ich reihte mich ein
in den Trott der anderen
alle in Eile
den Blick auf den Boden
den Kopf voller Sorgen
Im Arbeitsstress hetzte ich durch den Tag
Kampf um Wohlstand und Geld
Erschöpft und frustriert kehrte ich heim
und stritt mich mit meinem Freund
um das Fernsehprogramm ...

... ich wachte auf, mit klopfendem Herzen
und rollte mich wieder zusammen auf meiner Decke
zufrieden schnurrend
ich bin eine Katze
es war nur ein Traum ...

Anja Tomczak

 

 

 

 

Kater mit weichen Fell

Samtig fein dein Fell, ach komm doch mit.
Du lieber Kater mit deinen schnurrenden Tönen.
Ich spüre deiner Pfote samtweichen Tritt.
Lass dich ein Mal von mir verwöhnen.

Gleitet der Kamm hindurch im Fell.
Höre ich dein Ton mit Wärme
Schenkst mir dein Schnurren blitzschnell.
Ach wie ich von dir schwärme.

Vertrauensvoll schmiegst du dich an,
An meinen Körper zart und graziös.
Dein Leib ganz sanft und zart,
Dein Schnurren klingt zutraulich melodiös.

Ich fühle deinen Wirkungskreis.
Fühle den Frieden in mir.
Dein Zutrauen ist der Dankespreis.
Bitte bleib immer bei mir

Zauberblume

 

 

 

 

Morgens um Fünf mit den Katzen

Um fünf Uhr kommen sie angeschlichen -
Abwartend auf dem Nachttisch, sind sie nicht mehr gewichen.
Nun wacht schon auf, so rufen alle Katzen.
Miau und tun möglichst laut am Teppich kratzen.

Sprung herunter und um die Ecke herum.
Mit Anlauf geht’s besser, sie sind ja nicht dumm.
Springen auf unser Bett und hinten wieder runter.
Tonlos bekommen sie uns bestimmt munter.

Hält man sich ruhig, wollen sie was erleben.
Den Katzen solltest du Streicheleinheiten geben.
Müde streichelst du deine Liebelings-Katze.
Samtweich liegt auf deinem Arm die Tatze.

Miau, ich möchte Mäuse fangen.
Miau, lieber wäre mir frische Futter.
Es dauert nicht lange, da stehst du freiwillig auf.
Die Katze glücklich und springt zur Tür hinaus.

Der Fressnapf ist leer, sie miauen weiter.
Auffüllen wortlos, ist viel gescheiter.
Schmatz und Wasser trinken und miau.
Wir wollen in den Garten, bitte schau.

Entsetzt bleiben die Katzen stehen.
Wenn die Winde stürmisch wehen.
Drehen sich um und sind beleidigt.
Wir ziehen uns zurück, welch ein Glück.

Unsere Augen sind immer noch klein.
Da spazieren die Katzen hocherhobenen Hauptes ins Bett hinein.
Eine Runde tretteln ist angesagt.
Ist das ein Wunder warum sich der Mensch beklagt.

Zauberblume

 

 

 

 

Lautlos die Mittagskatze

Sie schlich umher, mit ihrer Tatze.
Die geschmeidige Mittags-Katze.
Über den glühenden Ziegelstein.
Im flimmernden Sonnenschein.

Der Sommer zeigte sein Wonne-Kleid.
Weiter wanderte die Katze lautlos, war bereit.
Ließ sich zärtlich Streichen.
Mit ihren grünen Augen tat sie vergleichen.

Hochheben ließ sie sich mit Wohlgefallen.
Mit samtenen Pfoten und eingezogenen Krallen.
Schnurrt leise vor sich hin, ganz gebannt.
Fühlt sich wohl, weil sie Liebe fand.

Zauberblume

 

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Junge Kätzchen

Fünf Kätzchen vorm Fenster und Lieschen dazu,

die stehen zusammen schon längst auf du.

Trippelt zum Garten sie in der Früh',

wartet Frau Mietzekatz schon auf sie,

putzt die vier kleinen noch akkurat;

jeder macht gern mit den Kindern Staat.

Die Kätzchen haben heut Augen gekriegt,

gucken ganz dumm und blinzeln vergnügt.

Wenn solch ein großes Wunder gescheh'n,

das muss die Mutter doch auch mal seh'n!

Holt noch ein Näpfchen, so ein klein's,

macht für die Kätzchen was Extrafein's.

Das ist ein Springen, hinauf und hinab,

lecken sich alle Pfoten ab.

Durch den Apfelbaum, schwerbelaubt,

fällt der Mutter ein Strahl aufs Haupt,

glänzt dann auf Lieschens Blondhaar hell,

gleitet hernieder aufs Katzenfell,

bis zu den Kätzchen winzig klein

kriegt jedes ein bisschen Sonnenschein.

Ludwig Jacobowski

 

 

 

 

Das kranke Kätzchen

Kätzchen ist krank,

macht ein traurig Gesicht,

liegt auf der Bank

und rührt sich nicht .

Miau! Ich versteh,

die Maus war zu fett.

Magenweh?

Dann mußt du zu Bett.

Püppchen hör zu,

dem Kätzchen geht's schlecht.

Ist es dir recht;

wir legen's zur Ruh

in dein Bettchen hinein,

decken's warm zu

und wiegen es ein.

Da schläft's eine Stunde,

verdaut seine Maus

und springt dann gesund

zum Bettchen hinaus.

Gustav Falke

 

 

 

 

Spatz und Katze

"Wo wirst du denn den Winter bleiben?"

sprach zum Spätzchen das Kätzchen.

"Hier und dorten, allerorten",

sprach gleich wieder das Spätzchen.

"Wo wirst du denn zu Mittag essen?"

sprach zum Spätzchen das Kätzchen.

"Auf den Tennen mit den Hennen",

sprach gleich wieder das Spätzchen.

"Wo wirst du denn die Nachtruh' halten?"

sprach zum Spätzchen das Kätzchen.

"Lass dein Fragen, will's nicht sagen",

sprach gleich wieder das Spätzchen.

"Ei, sag's mir doch, du liebes Spätzchen",

sprach zum Spätzchen das Kätzchen.

"Willst mich holen - Gott befohlen!"

sprach gleich wieder das Spätzchen.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 

 

 

 

Maikaterlied

Maikaterlied singt die ganze Nacht:
Der Frühling ist erwacht, erwacht,
Der Frühling ist erwacht!
Gleich einem Reif trägt er den Schwanz;
Wärn Blätter dran, so wärs ein Kranz;
Er flötet:
Oh holde Mimamausamai,
Wer dich zu lieben wagt, der sei
Getötet!
Ich ganz alli-alla-allein,
Nur ich darf dein Geschpusi sein,
Bis dass es morgenrötet.

Im Mai sind alle Blätter grün,
Im Mai sind alle Kater kühn
Und alle Jüngelinge.
Und wer ein Herz hat, fasst sich eins,
Und wer sich keins fasst, hat auch keins;
Singe, mein Kater, singe!

Otto Julius Bierbaum

 

 

 

 

Katze

Wie die streichelnde Luft ohne Ziel
Durch die Gärten streicht,
Schleicht sie heran,
Und der Teppich mit viel
Bunten Ranken erbleicht
In magnetischem Bann —
Grau und weich folgt ihr Fell
Ihrem Kinn, das sich vorstreckt mit spitzigem Stich,
Dunkel, grünlich und hell
Äugt sie starr vor sich hin
Und sucht nur sich —
Sie geht, wie ein Wind
Weht,
Einsam sich windend durchs Zimmer, stumm,
Ihr Herz ist blind,
Voller Anmut dreht
Sie sich leer um sich um —
Und so leise, als sei
Sie die Dämmrung, die zieht
Durch das Licht ihren Strich,
Spielt sie Tier und Gespenst, Spielerei
Mit dem Nichts und sie sieht
Nur sich.

Alfred Wolfenstein

 

 

 

 

Katzengedicht

Von einer Katze lernen
heißt siegen lernen.
Wobei siegen "locker durchkommen" meint,
also praktisch: liegen lernen.

Sie sind ein sieghaftes Geschlecht,
diese Katzen.
Es gibt ihrer so viele wie Spatzen im Land.
Doch wer streichelt schon Spatzen?

Sie ist gar kein rätselhaftes Tier,
so eine Katze.
Sie will viel Fraß, etwas Liebe, doch meist
horcht sie an der Matratze.

Was eine einzige Katze uns Lehrt,
lehren uns alle:
So viel wie möglich nehmen, ohne zu geben,
und dann ab in die Falle.

Robert Gernhardt

 

 

 

 

Katze in Pflege

Ich lockte
deine Katze
Sie blieb weg.

Erst als ich schwieg
vermochte ich zu hören:
Das Locken deiner Katze
Das Rufen deiner Katze
Das Fordern deiner Katze
Das Schnurren deiner Katze -

Nun habe ich dir
so viel
zu erzählen.

Robert Gernhardt

 

 

 

 

Die vielen Katzen, welche um mich sind

Die vielen Katzen, welche um mich sind
Die wie versonnen in den Räumen schreiten,
Durch deren Fell oft meine Finger gleiten,
Sind lieber mir als Schwester, Freunde, Kind!

In ihren Augen liegt ein Fragen fremd,
Ein staunendes Nichtkennen, Nichtgekanntsein,
Ein trauriges, vereinsamtes Verbanntsein,
Ein wehes Wundern, dass ihr nicht vernehmt...

Und so versuchen immer wieder weich
Sie eure Seele in geheimem Singen
Ihr aber tut mit ihnen wie mit Dingen,
Und eure Welt ist fern von ihrem Reich!

Max Herrmann-Neiße

 

 

 

 

Gedicht für Katzen

Dämmerung ist die Stunde der Katzen

sie atmen den Tag aus

schleichen schwarz übern Weg

spielen Eisenbahn mit ihren Augen

Die Katzen tragen den Mond fort

sie sprechen in Bildern

lachen im Graben den Unfug aus

verspotten den artigen Wind

Die Jagd auf die Vögel ist verschoben

die Katzen wissen was Recht ist

sie stürmen mein Kartenhaus

verschlingen ungelesen meine Briefe

Ich schreibe: wir sollten die Katzen

loben in der Stunde der Dämmerung

Friedrich Christian Delius

 

 

 

 

Die Katze

Die Katze hat ein gelbes Fell
und sitzt auf meinem Schoße.
Sie mag gern Fisch und eventuell
auch Schmorbraten mit Soße.

Auch fängt sie Mäuse dann und wann
und ab und zu - was seh’ ich ! -
mal einen Vogel, doch nur dann,
wenn er des Flugs nicht fähig.

Oft bleibt sie meiner Kate fern;
dann weilt sie gegenüber.
Sie hat zwar meine Kate gern;
doch ist ihr’n Kater lieber.

Heinz Erhardt

 

 

 

 

Mausi Mausejäger

Mausi heißt die kleine Katze,
die mit ihrer scharfen Tatze
spielerisch nach allem haut,
doch nicht nach den Mäusen schaut.

Und so tun die Mäus´ mitnichten
vor der Katze Mausi flüchten.
Sie schaun ihr beim Spielen zu,
haben vor ihr ihre Ruh.

Mausis Herrchen ist erschrocken.
Keine Maus kann Mausi locken.
„Hey, du faules Katzentier!”,
ruft er laut. „Was ist mit dir?”

„Mäuse fangen sollst du, jagen,
hinter diesen kleinen Plagen.
Tu den Job, tu deine Pflicht!
Zum Träumen brauche ich dich nicht!”

Unerhört bleibt seine Klage.
Mitten in der Mäuseplage
sitzt die Mausi still und froh.
Ihr gefällt das Leben so.

Zu Freunden will die Mäus´ sie machen,
wenn auch alle drüber lachen,
doch ihr Name sei ihr Pflicht:
Mäuse jagt die MAUSI nicht.

© Elke Bräunling

 

Mehr von der Autorin auf "Kindergeschichtenturm"

 

 

 

 

Wie heißen die Katzen

Wie heißen die Katzen? gehört zu den kniffligsten Fragen
Und nicht in die Rätselecke für jumperstrickende Damen.
Ich darf Ihnen, ganz im Vertrauen, sagen:
Eine jede Katze hat drei verschiedene Namen.

Zunächst den Namen für Hausgebrauch und Familie,
Wie Paul oder Moritz (in ungefähr diesem Rahmen),
Oder Max oder Peter oder auch Petersilie
Kurz, lauter vernünft’ge, alltägliche Namen.

Oder, hübscher noch, Murr oder Fangemaus
Oder auch, nach den Mustern aus klassischen Dramen:
Iphigenie, Orest oder Menelaus
Also immer noch ziemlich vernünft’ge, alltägliche Namen.

Doch nun zu dem nächsten Namen, dem zweiten:
Den muß man besonders und anders entwickeln.
Sonst könnten die Katzen nicht königlich schreiten,
Noch gar mit erhobenem Schwanz perpendikeln.

Zu solchen Namen zählt beispielsweise
Schnurroaster, Tatzitus, Katzastrophal,
Kralline, Nick Kater und Kratzeleise
Und jeden der Namen gibt’s nur einmal.

Doch schließlich hat jede noch einen dritten!
Ihn kennt nur die Katze und gibt ihn nicht preis.
Da nützt kein Scharfsinn, da hilft kein Bitten.
Sie bleibt die einzige, die ihn weiß.

Sooft sie versunken, versonnen und
Verträumt vor sich hinstarrt, ihr Herren und Damen,
Hat’s immer und immer den gleichen Grund:
Dann denkt sie und denkt sie an diesen Namen

Den unaussprechlichen, unausgesprochenen,
Den ausgesprochenen unaussprechlichen,
Geheimnisvoll dritten Namen.

T. S. Eliot

 

 

 

 

Cats in Every Space

I live a very simple life
with cats in every space
But when I got to bed at night
they sleep upon my face.

Now to live without the luxury
of cats in every space
Would be to live a sorry life
in a very sorry place.

I've never been without a cat
and this I can uphold
I'll have a cat in every space
Until I'm gray and old.

For every fool should be aware
that cats are complex creatures
they live about in every space
And give the house its features.

Now take my house away from me
and place me in a tent
I'll have a cat in every space
And still I'll be content.

by Mark A. Dye

 

 

More beautiful cat poems

~ * ~

 

 

 

 

Pangur Bán

"Ich und Pangur, meine Katze und Weiser

Gehen unseren Geschäften nach;

Ich setze meinen geliebten Seiten zu,

Er den Mäusen.

Niemals gelangweilt, beide konzentriert,

Jeder nach seinen Fähigkeiten

Erst nach Stunden bewegen wir uns

Zum tödlichen Schlag.

Auf die Wand meiner Zelle

Starrt er mit brennenden Augen,

Meine alten Augen suchen

Nach neuer Erkenntnis,

Er ist begeistert, wenn er seine Krallen

In eine Beute schlägt

Und ich, wenn ich plötzlich

Erleuchtet werde.

So finden wir beide

Unseren Frieden in der Einsamkeit,

Wir beide sind allein,

Und jeder befasst sich mit dem, was er liebt:

Der weder tags noch nachts faule Pangur

Fängt Mäuse

Und ich jage vom Dunkel bis ins Licht

Jedem Rätsel nach."

Aus dem Manuskript eines irischen Mönches

aus dem 8. Jahrhundert

 

 

 

 

Original und Übersetzung

     

Gaelic

Messe agus Pangur Bán,
cechtar nathar fria shaindán:
bíth a menmasam fri seilgg,
mu menma céin im shaincheirdd.

Caraimse fos, ferr cach clú
oc mu lebrán, léir ingnu;
ní foirmtech frimm Pangur bán
caraid cesin a maccdán

Ó ru biam, scél gan scís
innar tegdais, ar n-óendís,
táithiunn, díchríchide clius
ní fris tarddam ar n-áthius

Gnáth, húaraib, ar gressaib gal
glenaid luch inna línsam;
os mé, du-fuit im lín chéin
dliged ndoraid cu ndronchéill

Fúachaidsem fri frega fál
a rosc, a nglése comlán;
fúachimm chéin fri fégi fis
mu rosc réil, cesu imdis.

Fáelidsem cu ndéne dul
hi nglen luch inna gérchrub;
hi tucu cheist ndoraid ndil
os mé chene am fáelid.

Cia beimmi a-min nach ré
ní derban cách a chéile
maith la cechtar nár a dán;
subaigthius a óenurán

Hé fesin as choimsid dáu;
in muid du-ngní cach óenláu;
du thabairt doraid du glé
for mu muid céin am messe.

 

Aistrithe ag Robin Flower

 

English

I and Pangur Bán, my cat
'Tis a like task we are at;
Hunting mice is his delight
Hunting words I sit all night.

Better far than praise of men
'Tis to sit with book and pen;
Pangur bears me no ill will,
He too plies his simple skill.

'Tis a merry thing to see
At our tasks how glad are we,
When at home we sit and find
Entertainment to our mind.

Oftentimes a mouse will stray
In the hero Pangur's way:
Oftentimes my keen thought set
Takes a meaning in its net.

'Gainst the wall he sets his eye
Full and fierce and sharp and sly;
'Gainst the wall of knowledge I
All my little wisdom try.

When a mouse darts from its den,
O how glad is Pangur then!
O what gladness do I prove
When I solve the doubts I love!

So in peace our tasks we ply,
Pangur Bán, my cat, and I;
In our arts we find our bliss,
I have mine and he has his.

Practice every day has made
Pangur perfect in his trade;
I get wisdom day and night
Turning darkness into light.

 

Translated by Robin Flower

     

 

More detailed information

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Der einzige, der einen Ozelotpelz
wirklich braucht, ist der Ozelot.

Bernhard Grzimek, 1909 - 1987
dt. Zoologe, Tierfilmer und Sachbuchautor
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