Lumpenpuppe

oder auch: Ragdolls lassen sich immer hängen, wenn man sie hochnimmt ...

 

 

Amani hat es von Anfang an getan, die anderen erst nach und nach. Anscheinend entwickelt sich dieses Verhalten bei manchen Vertretern erst im Laufe der Zeit und manche Raggies lassen sich genauso viel Zeit damit, wie mit ihrem Wachstum und der Ausbildung ihrer Farben.

 

Je nach Tagesverfassung und augenblicklicher Lust und Laune kuscheln sich Akira, Shikoba und Gardi in die Menschenarme, wenn sie hochgenommen werden und lassen sich mal mehr, mal weniger hängen. Typisch Katze: Was gestern galt muss heute nicht mehr so sein ;) Ragdolls agieren sicher genauso wie die anderen Vertreter ihrer Art. Sie tun, wonach ihnen der Sinn steht und lassen sich nicht verbiegen. Möglicherweise wird ihnen ihre Gelassenheit da auch ein Stück zum Verhängnis. Tatsächlich sind sie äußerst geduldig und es obliegt dem Dosenöffner abzuschätzen, ob die Fellnase gerade auf dem Arm gehalten werden möchte, und die dargebotenen Kuscheleinheiten genießt, oder einfach nur geduldig abwartet, ob ihr Mensch nicht von allein darauf kommt, dass jetzt nicht der richtige Augenblick dafür ist. Sie sehen, pauschale Aussagen sind immer mit etwas Vorsicht zu genießen. Vor allem, wenn dahinter womöglich ein Verkaufstrick steckt ...

 

Akira fand es erst mit 2½ Jahren schön, wenn man ihn auf den Arm nahm. Allerdings möchte er am liebsten wie ein Baby gehalten, und dabei auch noch gestreichelt, werden - ganz toll, wenn das Baby 7 kg wiegt ...

 

Shikoba begann mit einem Jahr Gefallen daran zu finden, morgens in seinem Revier herumgetragen zu werden. Aber nur, wenn er, mit seinen Vorderpfoten über der Schulter eines seiner Menschen hängend, sein Reich inspizieren kann. Dann schnurrt er wie wild. Andere Haltemethoden lehnt er strikt ab und macht sich sofort steif wie ein Brett, wenn man es probiert. Es sei denn - und das hat er ungefähr mit drei Jahren herausgefunden - er wird so gelagert, dass er seinen Rücken frei auf dem Unterarm (Kopf in der Handfläche und Plüschpopo in der Ellenbogenbeuge) anlehnen kann. Dann liegt er schnurrig-entspannt in seiner "Hängematte" ...

 

Gardi hingegen rollt sich meist wie ein Igel ein, wenn man sie hochnimmt. Diese kleine Pelzkugel ist einfach zum Küssen und es erstaunt uns jedesmal, wie sie es hinbekommt, sich so klein zu machen - schließlich hat Gardi fast Katergröße!

 

Last but not least: JUNIOR! Dieser kleine Schnurrpelz ist die reinste Gummipuppe und derart schlappischlaff wenn man ihn hochnimmt, dass man gut aufpassen muss, dass er einem nicht gleich wieder aus den Händen gleitet.

 

Unser Kleeblatt ist sich übrigens einig, wenn es darum geht, sich am Boden 'hängen' zu lassen. Hier liegen sie - meist wie hingegossen - in Rückenlage, alle Viere von sich gestreckt. Ganz besonders putzig ist es, wenn sie sich aus dem Stand (oder dem ihnen zu eigenen Schlenderschritt) heraus ganz plötzlich zur Seite fallen lassen, als wären sie das Opfer eines Schwächeanfalls. Aber keine Sorge, das ist ragdolltypisch und mitnichten "... irgendetwas Neurologisches...", wie eine unbedarfte Beobachterin einmal erschreckt vermutete!

 

Extratipp: Katzen hebt man richtig hoch, indem eine Hand (Handfläche nach oben) ihren Brustkorb umfasst (dabei stützt der Zeigefinger, zwischen ihren Vorderbeinen liegend, die Brust), während gleichzeitig die andere Hand ihr Gesäß und ihre Hinterbeine stützt.

 

 

Obwohl es selbstverständlich sein sollte, erwähnen wir der Ordnung halber, dass die Fellnasen gern um Erlaubnis gefragt werden, statt so mir nichts dir nichts hochgenommen zu werden. Sprechen Sie also eine Katze an, machen Sie auf sich aufmerksam und streichen Sie ihr sanft zwei-, dreimal über die Seite, bevor Sie loslegen. Schlafende oder anderweitig beschäftigte Katzen werden natürlich in Ruhe gelassen. Nur ein Notfall erlaubt es uns, sie zu stören!

 

Last but not least: Am Nackenfell packen und hochnehmen darf nur eine - die Katzenmutter, und zwar ihr Junges! Eine ältere, womöglich ausgewachsene Katze so zu behandeln ist schlichtweg Tierquälerei!!