Taurin

 

 

Der Taurinbedarf von Katzen

 

Die Aminosulfonsäure Taurin ist für Katzen essentiell. Da sie von ihnen nur in geringem Maße selbst hergestellt werden kann, muss sie täglich über die Nahrung aufgenommen werden. Durch das WorldWideWeb geistern empfohlene Tagesmengen von 500 mg - 2.500 mg, ohne jedoch auf die individuellen Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände der jeweiligen Katzen näher einzugehen.

 

Außerdem wird gern behauptet, dass ein Zuviel nicht weiter schlimm sei, da der nicht benötigte Überschuss über den Urin ausgeschieden würde. Das erschien mir alles mehr als fragwürdig und so begann ich mich eingehender mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

Nachdem ich lange recherchiert und bei Tierärzten und langjährigen Barfern nachgefragt habe, habe ich mich dazu entschieden, unseren Katzen pro Mahlzeit ca. 30 mg/kg Körpergewicht zu geben. Diese Dosierung hat sich über die Jahre sehr bewährt, denn alle Zauberwesen sind kerngesund. Dies bestätigen ihre jährlichen Kontrolluntersuchungen.

 

Sicher fragen Sie sich jetzt: "Was ist so wichtig an diesem winzigen Nahrungsbestandteil? Warum dieser Aufwand?" Nun, das ist schnell beantwortet:

 

  • Taurin wird für die Stabilisierung des Flüssigkeitshaushaltes in den Zellen benötigt.
  • Taurin fördert die Bildung und Wirksamkeit von Gallensaft als Emulgator bei der Fettverdauung.
  • Taurin reguliert den Kalziumspiegel und ist für den Mineralientransport zuständig.
  • Taurin beeinflusst den Blutzuckerspiegel und den Insulinspiegel günstig und steigert die Glykogensynthese.
  • Taurin wirkt sich positiv auf das Immunsystem, sowie Fell und Haut aus.
  • Ein Taurinmangel schädigt die lichtempfindlichen Zapfen der Retina. Die Folge ist eine dauerhafte Retinadegeneration.
  • Taurin reguliert Funktionen im Herzmuskel. Ein Mangel kann zu einer dilatativen Kardiomyopathie führen.

 

Sie sehen es selbst - Taurin IST essentiell! Bei der Zugabe sollte man allerdings einige Punkte berücksichtigen:

 

  • Dosen- und Trockenfutter werden von den Produzenten mit Taurin angereichert. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät in welcher Menge. Die eigene Beigabe kann dann entsprechend angepasst werden.
  • Füttert man Herz und/oder Leber, gibt man kein Taurin hinzu. Beide sind natürliche Taurinlieferanten.
    Skelettmuskelfleisch enthält zwar Taurin, allerdings in kleinerer, nicht ausreichender Menge.
  • Trächtige und säugende Katzen haben einen höheren Bedarf. Gestresste Tiere (Krankheit, OP, Umzug etc.) und Senioren ebenfalls.

 

Bauchkrauler sollten also erst einmal prüfen, was sie füttern und wie ihre Tiere leben, bevor sie damit beginnen zu supplementieren.

 

In seiner reinen, kristallinen Form ist Taurin etwas ätzend und da es in purer Form auf der Zunge brennt und kribbelt, würde es von Katzen nicht freiwillig aufgenommen werden. Ein wenig lauwarmes Wasser schafft da schnell Abhilfe (die Aminosulfonsäure ist bis zu ca. 100 g/l in Wasser löslich).

Taurin zersetzt sich übrigens ab 300° C und schmilzt bei 328° C. Dies bedeutet, dass Taurin seine Wirksamkeit verliert, sobald es stark erhitzt wird. Seine kristalline Form verflüssigt sich, gleich Zucker, der zu Karamell wird, wenn es noch weiter erhitzt wird.

 

Neben Herz und Leber gibt es weitere natürliche Taurinquellen, welche man sehr gut für den Speiseplan seiner Katze nutzen kann:

 

100g ... enthalten (gerundet) je ...

  • Lachs, in Dosen ... 120 mg
  • Lachs, frisch ... 130 mg
  • Shrimps ... 40 mg
  • Austern ... 70 mg
  • Lamm, Keule ... 50 mg
  • Hühnerkeule ... 35 mg
  • Putenkeule ... 210 mg
  • Seefisch (z.B. Dorsch) ... 30 mg
  • Maus ... 240 mg

 

Die ideale Nahrung für Katzen ist also, wen wunderts, die Maus! Mutter Natur weiß eben doch am besten, was ihre Schützlinge benötigen. Lesen Sie dazu auch den interessanten Vergleich "Maus vs. Trockenfutter". Den Link zur Seite finden Sie am Ende unserer Ernährungsseite.

 

Pflanzen (außer der Kaktusfeige Opuntia ficus-indica) enthalten kein Taurin und sind somit für die Katzenernährung irrelevant.

 

Der Ansprechpartner Ihres Vertrauens sollte immer Ihr Tierarzt sein! Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass er sich ernsthaft mit dem Thema Ernährung auseinandersetzt und nicht einfach nur als Erfüllungsgehilfe der Futtermittelindustrie fungiert, um sich so eine zusätzliche Einnahmequelle für seine Praxis zu sichern!

 

Dieser Beitrag erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll Ihnen lediglich Anregung sein, sich mit diesem für Ihre Fellnase so wichtigem Thema auseinanderzusetzen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Dies gilt selbstverständlich auch für den Bedarf Ihrer Katze/n. Die Zauberwesen wiegen z. B. zwischen 5,5 kg - 7,5 kg. Eine normale Hauskatze wiegt meist um 4,0 kg - 4,5 kg.